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… und dann kam Cleo.

… und dann kam Cleo.

07.Feb.2016 19:00Uhr “Hallo Schatz! Ich bin auf dem Rückweg von Budapest und habe eine kleine Überraschung im Gepäck. Fressnapf hat noch 1 Std. auf. Am besten besorgst du dir ein Katzenklo, Kittenfutter und ein bisschen Spielzeug!” – dieser Anruf meines Vaters erreichte mich an einem Samstag Abend.

Ich war sprachlos und glücklich zu gleich. Zugegeben hatten mein damaliger Freund und ich über ein gemeinsames Haustier nachgedacht. Wir lieben beide Katzen. Für ein weiteres Pferd konnte er sich nicht begeistern lassen 😛 aber eine Katze wäre schön. Am liebsten eine die man aus nicht so guten Verhältnissen oder vom Tierschutz rettet. Es gibt wunderschöne Rassekatzen und bestimmt tolle Züchter, aber mein Herz schlägt für kleine, ich nenne es mal “Sozialfälle”.

Papa besuchte ab und zu eine Bekannte am Reitstall, der nicht weit von Budapest lag, wenn er geschäftlich in dieser großartigen Stadt zu tun hatte. Eines Tages lief eine Katzenmutter mit ihren Kitten zu. Die Mutterkatze war irgendwann verschwunden, einige Kitten überlebten, einige starben. Die kleinen durften nicht mit ins Haus, also mussten sie irgendwie am Stall übereben. Survival of the fittest. Unsere Cleo gehörte eher weniger zur “fitten” Kategorie.

Papa wusste von unserem Vorhaben eine Katze zu adoptieren. Also kaufte er kurzer Hand eine Transportbox, die so groß war, dass zwei Dobermänner darin Platz gehabt hätten. Außerdem eine kleine Decke, etwas Futter und nahm Wasser mit. Cleo hatte weder einen Pass, noch war sie geimpft und zu dem Zeitpunkt gab es wegen der schwierigen Flüchtlingssituation überall Grenzkontrollen. Was macht Papa also? Versteckt die Transportbox und da die kleine Prinzessin sich in ihrer Box sowieso nicht wohlfühlte, setzte er sie einfach in den Fußraum des Beifahrersitzes. Sie war zu müde und zu schwach um irgendwelche waghalsigen Stunts im Auto zu drehen. Er machte ab und zu Pause, fütterte sie und schließlich schlief Cleo auf seinem Schoß ein. Wenn das hier ein Polizist liest… ich bestreite alles! Das hat er niemals gemacht 😛 alles erstunken & erlogen!

Wir hatten damals bedenken, wie es für Cleo wohl sein wird, auf einmal nicht mehr in der Wildnis leben zu können. Sie wäre jetzt eine Hauskatze mitten in der Stadt. Ist das Tiergerecht? Wird sie sich wohl fühlen? Ganz ehrlich? Sie lebt! Wer weiß, ob sie es als Kleinste und Schwächste in der Kälte am Stall geschafft hätte. Und das war das aller Wichtigste. Dieser kleine Fratz wird ab jetzt ein wunderschönes, verwöhntes Prinzessinnenleben genießen dürfen und damit waren all meine Sorgen verschwunden. Der Name war Programm. Ab nun heißt sie “Prinzessin Cleopatra” Spitzname: “CLEO”

Cleo lebte sich ein 2-3 Tage in ihrem neuen zu Hause ein. Eigentlich schlief sie den ganzen Tag. Ungewöhnlich für eine so junge Katze. Länger wollten wir nicht warten und gingen zum Tierarzt. Keinen Piep hat der kleine Schatz von sich gegeben und war trotz Spritzen und Ultraschall ganz artig. Ich habe so das Gefühl, sie wusste, dass wir ihr alle nur helfen wollen. Auch jetzt fast 2 Jahre später ist sie ganz lieb zur Ärztin. Was Cleo alles hatte brauche ich euch wohl nicht aufzählen. Flöhe waren das geringste Problem. Einen kurzen Schock haben wir bekommen als es beim Abtasten des Bauches hieß: ” Ich glaube sie werden Katzen-Eltern”. Der Ultraschall zeigte jedoch schnell, dass es sich nicht um Babys, sondern einen verwurmten Bauch handelte. Auch alle Folgebehandlungen und die Augen-/Ohrensalbe ließ Cleo einfach über sich ergehen. So eine tapfere Katze!

Und heute? Prinzessin Cleopatra erfreut sich bester Gesundheit, ist schätzungsweise 2 Jahre alt und diniert nur feine Köstlichkeiten. Mit einfachem “Tütenfutter” brauche ich nicht ankommen. Einen hohen Fleischanteil muss es haben. Malzpaste dann gerne als Snack am Abend. Ihr Fell glänzt. Sie fühlt sich pudelwohl als Hauskatze und liebt es im Sommer auf den kalten Fließen auf dem Balkon zu chillen.

 

Nachwort: ihr Lieben, wenn ihr gerne ein neues Familienmitglied aufnehmen möchtet, überlegt doch bitte wie wichtig es euch ist, ob die Tiere besonders stylish und gesund sind oder ob man sein Herz nicht für einen Racker in der Not öffnen kann. Tiere merken eure Liebe & Fürsorge. Sie werden es euch ein Leben lang danken. Die örtlichen Tierheime sind überfüllt und es gibt tolle Organisationen im Ausland, wie ihr euren Samtpfoten helfen könnt.

 

 



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