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Khazzou

Khazzou

KHAZZOU

… ein Frechdachs auf vier Beinen.

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Der Name Khazzou bedeutet: “der in sich Ruhende” – wer’s glaubt wird selig! Wo Action ist, da ist Khazzou! Ein Schlawiner, Entfesselungskünstler und Nervenräuber seines Gleichen- eben einfach symphatisch. Diesen Kerl muss man lieben, eine andere Möglichkeit besteht nicht, ich spreche aus Erfahrung. Khazzou und ich schwebten am Anfang nicht auf derselben Wellenlänge.

Meine Mutter und ich suchten nach einem Pferd für sie für den Parasport. Da sie in Grade II reitet, waren die Voraussetzungen klar: super Schritt, toller Trab und unglaublich brav. Resultat nach gefühltem 100 mal Probereiten war Khazzou. Ein damals 5-jähriger,  zu der Zeit 1,68m (heute 1,75m) großer, rotbrauner, Württemberger Wallach von Grafenstolz. Khazzou kommt aus einer ganz liebevollen Aufzucht. Leute, die sich wirklich Gedanken machen, auf lange Sicht auch was von ihren Pferden zu haben. Er kannte das Gelände in und auswendig. Khazzou  wurde schon als 2-jähriger als Handpferd mit ins Gelände genommen. Er konnte nicht viel. Schritt, Trab, Galopp gerade aus und ein bisschen Zirkel. Aber für Mama war es DAS Pferd und ich wusste, sie brauchte bei der Ausbildung eines jungen Pferdes definitiv meine Hilfe. Das Problem aber war: Khazzou und ich hatten keinerlei Verbindung zueinander. Wir mochten uns einfach nicht. Das beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich dachte immer, ich liebe jedes Pferd, aber Khazzou ging mir richtig auf die Nerven. Immer schubste er mich, schleckte alles an und schaffte es alles zu zerstören. Aber ich half meiner Mutter und bildete Khazzou ganz solide aus und ging mit ihm weiterhin ins Gelände. In der Zwischenzeit lernten wir, wie schlau Khazzou war. Er bekam jeden Knoten, jede Boxentür, jeden Weidezaun auf. Er bleibt nicht gern alleine und besucht oft seine Freunde auf anderen Koppeln. Da er viele Freunde hat, sammelt man ihn auch jedes mal auf einer anderen Koppel ein. Aber Khazzou springt nicht über die Zäune, das wäre ja einfach, er klettert unten drunter durch. Springen kann Khazzou nämlich nicht so gut, außer über Baumstämme und Hecken. Jedes Jahr besuchen wir ein Vielseitigkeitstraining und alle sind von Khazzou ganz beeindruckt- wie der Vater so der Sohn.

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Die ersten Turniere standen an, Khazzou war nicht einfach, aber er wusste sich zu präsentieren, er ist einfach ein Showmaker. Ein Schleifchen nach dem anderen verdiente er sich. Irgendwann kam der Punkt, wo Khazzou größer und kräftiger wurde. Ein richtiger Muskelprotz. Er wollte arbeiten und zwar nach ganz oben. Ich merkte, wie viel Spaß mir Dressur eigentlich macht (urspünglich komme ich aus dem Springlager). Mami und ich stellten fest, dass es keinen Sinn macht, Khazzou im Parasport einzusetzen, weil er dafür nicht die Nerven hat. Ist Khazzou überfordert, kann es passieren, dass er sich mal auf zwei Beine stellt. Früher jedenfalls. Mit viel konsequenter Bodenarbeit konnten wir an dem Problem arbeiten. Aber ich sage euch, leicht war es nicht! Ich hätte ihn einige Male gerne am Baum festgebunden mit einem Schild um den Hals: “Zu verschenken!!!”. Aber ich gebe nicht auf. Nie. Vor allem nicht so ein großartiges Pferd wie unseren Khazzou, der durch seinen einzigartigen Charakter einfach menschlich wirkt. Ich habe mittlerweile einen ganz hervorragenden Trainer, der uns überall unterstützt und ganz viel Potential in uns sieht, was ich vorher nicht gesehen habe. Ich habe noch nie ein motivierteres und arbeitswilligeres Pferd gesehen als Khazzou. 2017 waren wir aus zeitlichen Gründen nicht viel auf Turnier: 4 Turniere, 3 M-Platzierungen! Ich platze vor Stolz- nun können wir LK3 beantragen und rücken unserem Ziel einmal S-Dressur reiten zu wollen immer näher. Und das mit einem Pferd, dass man über die ersten Trabstangen, über das erste Schenkelweichen bis hin zu den fliegenden Wechseln begleitet hat. Wir haben uns das komplett alleine erarbeitet. Als Partner. Zusammen. Gegen den Rest der Welt. Zahlreiche Leute haben gesagt, ich sollte mir was „einfacheres“ suchen- will ich das? Nein! Mama sagt immer: „Es hat keiner gesagt, dass es einfach wird. Einfach kann jeder.“

jljhlh



2 thoughts on “Khazzou”

  • Hallo Mareike,
    ich bin gerade durch Zufall auf diesen Blogbeitrag gekommen, als ich mir deine Highlights auf Instagram anschauen wollte. Ich finde es erstaunlich was für ein Mensch du bist und wie du mit Pferden umgehst. Deine Geschichte mit Khazzo hat mich zu Tränen gerührt und mich erwischt. Einfach eine ganz tolle Liebesgeschichte ♥️ Ich wollte dir einfach nur sagen: Bleib bitte immer so wie du jetzt bist !!

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